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Große Entdecker und Erfinder: Friedrich Schell – der Dynamiterfinder

Alle Welt kennt, schätzt und verehrt den schwedischen Erfinder Alfred Nobel (1833-1896). Sein Vater war der schwedische Ingenieur und Industrielle Immanuel Nobel. Nobel studierte Chemie und Physik, interessierte sich aber wohl mehr für englische Literatur und Geisteswissenschaften, was dem Vater sehr missfiel. Er schickte ihn ins Ausland und der junge Alfred besuchte die USA, Deutschland und Frankreich. In Paris lernte er dabei Ascanio Sobrero kennen, der drei Jahre zuvor das Nitroglycerin entdeckt hatte, es jedoch aufgrund seiner Gefährlichkeit für nicht praxistauglich hielt.
Nobel begann sich für Nitroglycerin zu interessieren und verfolgte die Vision es als Sprengstoff in der Technik einzusetzen. Zwischen 1860 und 1864 experimentierte er unter anderem im Ruhrgebiet in Dortmund auf der dortigen Zeche Dorstfeld mit Sprengstoffen im Bergbau. Um Nitroglycerin mit größerer Sicherheit zur Explosion bringen zu können, entwickelte er 1863 die Initialzündung. Durch diese wird ein Explosivstoff mit Hilfe eines Initialsprengstoffs zur Detonation gebracht; es war eine Erfindung von Nobel. Dennoch waren Nobels Versuche und Experimente nicht von Erfolg gekrönt.
Zurück in Schweden experimentierte er weiter, jedoch kam es zu mehreren unkontrollierten Explosionen. Bei einer Explosion 1864, bei der sein Laboratorium zerstört wurde, kamen sein Bruder Emil und vier weitere Personen ums Leben. Daraufhin verboten die schwedischen Behörden den weiteren Umgang mit Nitroglycerin innerhalb Schwedens. Nobel wich nach Deutschland aus und baute ein Versuchslabor bei Krümmel, nahe Hamburg. Doch auch dort gelang ihm der technische Durchbruch nicht.
Nitroglycerin ist ein farbloser, geruchsloser und schwer wasserlöslicher Salpetersäuretriester, der stark stoß- und erschütterungsempfindlich ist. Umgangssprachlich wird Nitroglycerin auch als „Sprengöl“ bezeichnete, dass bereits bei einem Fallhammerversuch mit einem 2-kg-Fallhammer aus einem Zentimeter Höhe explodiert. Die Flüssigkeit wird dabei in extrem kurzer Zeit vollständig in gasförmige Produkte umgewandelt, was zu einer massiven Volumenausdehnung führt, die wir als Explosion bezeichnen.
Bereits ab 1632 wurde in Europas damals größtem Bergbaugebiet, dem Harz, das Sprengverfahren eingeführt. Zunächst mit Schwarzpulver als Sprengmittel – als Schießen bezeichnet – revolutionierte es den Abbau. Aber dieses Schießen war auch teuer und vor allem sehr gefährlich. Nachdem das Bohrloch mit Schwarzpulver gefüllt war, wurde es mit einem Schließpflock verschlossen, was man „besetzen“ nannte. Dieser Holzpflock wurde in das Bohrloch geschlagen, um das Schwarzpulver zu verdichten. Bei diesen notwendigen Vorarbeiten kam es häufig zu unkontrollierten Zündungen, was dann immer Verletzte oder Tote zur Folge hatte.
1647 kam der Harzer Bergmann Karl Zumbe auf die Idee die Bohrlöcher mit einem Lehm-Ton-Gemisch zu verschließen. Dieses Verfahren wurde als „Lettenbesatz“ bezeichnet. Letten sind eisenoxidreiche Schiefertone, die diesem Verfahren ihren Namen gaben. Nun war es ohne mechanische Gewalt möglich das Bohrloch zu verschließen und das Pulver zu verdichten, was zu einer erheblichen Abnahme der Unfälle führte. Dieses Verfahren wurde zuerst in der Clausthaler Grube „Englische Treue“ eingeführt und später für alle Gruben vorgeschrieben. Zusätzlich begann man das Pulver in Lederhülsen zu füllen um es vor Feuchtigkeit zu schützen. Bei besonders feuchten Bohrlöchern wurden die Lederhülsen durch geleimte oder gewachste Papierhülsen ersetzt.
Diese Verfahren wurde, ständig leicht verbessert, über etwa zwei Jahrhunderte angewandt. Dann jedoch kam Friedrich Schell und revolutionierte den Abbau erneut. Schell wurde am 8. Juli 1818 in Clausthal geboren. Über seine Familie und seine Ausbildung ist fast nichts bekannt. Jedoch ist überliefert, dass er als einfacher Pocher im Oberharzer Bergbau seine Laufbahn begann. Es ist anzunehmen, dass Schell ein sehr engagierter Bergmann war und wohl auch das er an der Clausthaler Bergakademie ein Studium absolvierte. Um das Jahr 1860 trat Schell als Berggeschworener und Bergrat der Berginspektion Silbernaal-Grund in Erscheinung.
Sein damaliger Vorgesetzte, Oberbergrat Hermann Koch, pflegte freundschaftliche Beziehungen zu Alfred Nobel. Dieser stellte in seiner Krümmeler Firma Nitroglycerin her, transportierte es in kleinen Flaschen in den Oberharz und machte damit zusammen mit Koch Anfang der 1860er Jahre erste Sprengversuchen in Oberharzer Steinbrüchen. Das in Bohrlöcher hineingegossene und mit einer Pulverpatrone zur Explosion gebrachte „Sprengöl“ lieferte verblüffende Ergebnisse. Doch schon bald ereigneten schwere Unfälle. Diese waren hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass sich ein Teil des flüssigen Sprengstoffs in Gesteinsklüfte verlief und das spätere Bohrarbeiten dann diese „Ölreste“ zur Explosion brachten. Auch in die Bohrungen eingesetzte Metallhülsen verbesserten die Situation nicht.
Oberbergrat Koch soll daraufhin Bergrat Schell beauftragt haben dieses Problem zu lösen. Dieser hatte die Idee das gefährliche „Sprengöl“ zu binden, damit es kontrollierter gehandhabt werden konnte. Schell kannte die Gefährlichkeit des Sprengöls und nahm Versuche mit verschiedenen Bindemitteln vor. Letztlich bewährte sich Pochsand – stark zerkleinerte Erze -, den er in Papphülsen füllte und diese Patrone mit Nitroglycerin tränkte. Das Problem war beseitigt und Friedrich Schell konnte sich als Erfinder der Sprengpatrone, die später Dynamit genannt wurde, ansehen.
In früheren Zeiten wurde mitunter Oberbergrat Koch als Erfinder angesehen. Jedoch kann der Auftraggeber zur Lösung eines technischen Problems nicht als Erfinder angesehen werden, sondern nur die Person, durch die eine technische Lösung erarbeitet wurde.
Nachdem die Sprengpatronen erfolgreich in den Oberharzer Bergwerken eingesetzt wurden, informierte Koch seinen Freund Nobel. Der kam erneut in den Harz um Schells Lösung zu begutachten. Nobel soll von Schells Lösung begeistert gewesen sein. Ob Schell und sein Vorgesetzter Koch keine Ambitionen zu einer Patentanmeldung hatten, oder ob ihnen einfach nur die Tragweite der Erfindung nicht klar war, wissen wir nicht.
Anders war das bei Alfred Nobel, der wohl die Bedeutung der Schellschen Erfindung sofort erkannt hatte.
Nobel tauschte dann den Pochsand gegen Kieselgur, das bezüglich seiner Grobporigkeit in der Lage war das Sprengöl noch besser aufzusaugen. Die Legende allerdings besagt, dass dieser Austausch allein auf einem Zufall beruhte. Wie dem auch sei: Nobel erkannte die Vorzüge dieser breiigen Masse, nannte sie „Dynamit“ und meldete sie weltweit zum Patent an.
Ob Friedrich Schell durch seine Erfindung weitere Anerkennung erfahren hatte, ist nicht bekannt. Jedoch war er ein sehr akribischer Mann, der viel Verantwortung übernahm und dem das Wohl seiner Bergleute sehr am Herzen lag.
Im Jahr 1864 veröffentlichte Schell das Buch „Die Unglücksfälle in den oberharzischen Bergwerken“, dass für die Zeit des 19. Jahrhunderts ein außergewöhnliches Werk darstellte und bis heute eine bedeutende Quelle für die Bergbaugeschichte darstellt.
Bergrat Friedrich Schell starb am 10. September 1889 in Hannover.
Da der Bedarf an einem sichereren und trotzdem wirkungsvollen Sprengstoff zu dieser Zeit groß war, konnte Nobel durch seine Erfindung schnell ein großes Vermögen aufbauen. Seine Firmen lieferten Nitroglycerin-Produkte nach Europa, Amerika und Australien. Nobel selbst reiste ständig, um seine Produkte zu verkaufen. Er besaß über 90 Dynamit-Fabriken in aller Welt.
Nobels Reichtum wurde damit erklärt, dass er das Mittel gefunden habe, „mehr Menschen schneller als jemals zuvor zu töten“. Alfred Nobel war über diese Darstellung entsetzt und begann sich obsessiv mit der Frage zu beschäftigen, wie ihn die Nachwelt sehen würde.
Da Nobel kinderlos blieb, veranlasste er, dass mit seinem Vermögen von etwa 31,2 Millionen Kronen eine Stiftung gegründet werden sollte. Ein Jahr vor seinem Tod setzte er in Anwesenheit einiger Freunde, aber ohne Anwalt, am 27. November 1895 sein Testament auf. Den größten Teil seines Vermögens, ungefähr 94 % des Gesamtvermögens, führte er der Stiftung zu: der Stiftung des Nobelpreises.

Das Raubgold der Nationalsozialisten letzter Teil

Jahrzehntelang war man auf der Suche nach dem legendären Schatz vom Reichsführer SS, Heinrich Himmler. Doch welcher Art sollte der Schatz sein, den der Ober-Nationalsozialist noch kurz vor Kriegsende beiseite geschafft haben soll und wo ist sein geheimes Versteck?
Diese Legende ist nun wohl aufgelöst: Der Harzer Autor und Heimatforscher Andreas Pawel hat durch aufwendige Recherchen Licht ins Dunkel gebracht.
Himmler galt als tot. Angeblich hatte er am 23. Mai 1945 nach einer Festnahme nebst Verhör in Lüneburg Selbstmord begangen. Er war jedoch unter falschem Namen und mit gefälschten Papieren unterwegs und wurde von den britischen Soldaten sofort nach seinem Tode an unbekannter Stelle beerdigt. Der Fall Heinrich Himmler war somit für die Alliierten, wie auch für die deutschen Behörden, abgeschlossen, obwohl der Mythos, dass Himmler noch lebte, weiter existierte. Und auch die Legende von seinem Schatz lebte fort.
Im Jahr 1975 recherchierte ein Regierungsrat des Auswärtigen Amtes in Bonn in der Akte Himmler und fand heraus, dass Himmler noch große Vermögenswerte mittels Kurier beiseite geschafft haben soll. Der Regierungsrat war jedoch zugleich Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit und leitete seine Informationen nach Berlin weiter.
Nun setzten geheime Recherchen und Ermittlungen ein. Sowohl der DDR-Staatssicherheitsdienst sowie auch der BND und der englische MI6 begannen im Geheimen mit Ermittlungen und Recherchen.

Blankenburg am Harz
Blankenburg am Harz
Bereits Anfang der 1950er Jahre hatte der MI6 brisante Daten gesammelt, die ihn veranlassten einen Agenten namens Thiel in die DDR einzuschleusen, um im Raum Thale – Wernigerode Nachforschungen anzustellen. Doch Thiel wurde dabei erschossen. Der Fall wurde erstmal beiseitegelegt. Es lag jedoch die Erkenntnis vor, dass ein gewisser Feldwebel Mudra um den 21. April 1945 im Auftrag des Generalstabes der 11. Armee im Großraum Blankenburg etwas von erheblichem Wert versteckt haben soll.
Feldwebel Mudra lebte zunächst in der DDR, er war dort von der SS als Beauftragter vor Ort eingesetzt. Doch bereits 1961 verstarb er und sein Sohn Hannes beging unmittelbar danach Republikflucht. Mudra Junior kam nach Goslar wo er im Bergwerk Rammelsberg arbeitete. Der Aufenthaltsort von Mudra war der Stasi jedoch nicht bekannt. Milke hatte dennoch Informationen über das angebliche Versteck von Himmlers Schatz und zudem gab es viele Legenden von anderen NS-Schätzen, wie dem Bernsteinzimmer. Er gründete einen operativen Sonderstab und beauftragte diesen nach den NS-Schätzen zu suchen. Mit Spezialluftbildkameras von Carl Zeiss Jena wurde so auch die ostdeutsche Harzregion dokumentiert.
Die Auswertung der Fotos brachte den Verdacht, dass der Menhir von Benzingerode das Versteck sein könnte. Was man suchte, davon hatte man wenig Vorstellung. Eine erste geheime Grabung brachte jedoch keinen Fund.
Die geheimen Informationen gelangten jedoch auf dubiose Weise in den Westen und zwar zu dem Geschäftsführer einer Dortmunder Survivel-Firma. Die schickte im kleinen Grenzverkehr einen Mann in den Harz, um weitere Informationen zu sammeln und Informanten zu rekrutieren. Über die Dortmunder wurde der ehemalige SS-General Karl Wolff, der zum Kriegsende höchster SS-Vertreter in Italien war, involviert; die Dortmunder Firma war wohl eine Tochtergesellschaft von Wolff. Dieser hatte sich nach Kriegsende, von den Alliierten unbehelligt gelassen, in Rom niedergelassen. Wolff betrieb dort eine Stiftung, die über internationale Firmen- und Finanzbeteiligungen verfügte. Woher das Geld kam – Fragezeichen.
Wolff bekam die entsprechenden Informationen und erkannte sofort deren Bedeutung. Er konnte die fehlenden Puzzleteile hinzufügen, die bisher gefehlt hatten. Er hatte davon Kenntnis, dass der Reichsführer SS, Heinrich Himmler, ein riesiges Privatvermögen angesammelt (geraubt) hatte. Dazu zählten unter anderem edelste Diamanten, die er 1940 bei der Besetzung Antwerpens in Besitz genommen hatte. In den Tagen des Zusammenbruchs sollten diese Diamanten nach Gmünd am Tegernsee geschafft werden. Die Diamanten gingen auf die Reise, tauchten jedoch nie wieder auf.
Der Verein und die vermögende Stiftung von General Wolff war damit beauftragt, ehemalige SS-Leute zu unterstützen. Wolff sah in dem Projekt „Harz“ die Chance diesen Diamantenschatz zu finden und damit das Vermögen seiner Stiftung enorm zu mehren.




Wolff wusste zudem zu berichten, dass der gewisse Feldwebel Mudra in Wirklichkeit Hauptsturmführer SS war und als Kurier mit dem Diamantvermögen losgeschickt worden war. Er berichtete weiter, dass sie über den Brigadegeneral der 11. Armee, Worgitzky, der später Stellvertretender Chef des BND war, wussten, bis wohin Mudra gekommen war – bis in den Harz.
Wolff konnte noch einiges mehr zu berichten: Er kannte die Transportbox für die Diamanten die eigens für Himmel angefertigt worden war. Es handelte sich um eine Aluminiumkiste von etwa 60 x 40 x 25 cm, versehen mit zwei Schlössern. Neben Sprengfallen verfügte der Behälter über einen biologischen Kampfstoff, einem hochgezüchteten Erreger der Beulenpest. Wer nicht über die zwei Schlüssel zum Öffnen der Schlösser verfügte, wäre bei dem Versuch sofort getötet worden. Über diese Informationen verfügten nun auch die Dortmunder, die Stasi hatte sie nicht. Auf die Frage der Dortmunder, auf welchen Wert Wolff die Himmler-Diamanten beziffern würde, antwortete dieser süffisant: auf ca. 91 Millionen US$.
Der Survivel-Firma wurde der Auftrag erteilt, Mudra Junior ausfindig zu machen und die zwei Schlüssel zu beschaffen. Dafür erhielt sie großzügige finanzielle Mittel. In den folgenden Jahren erfolgten mehrere Versuche im Ostharz am Menhir zu graben, immer vergebens oder ohne Erfolg und auch Mudra konnte nicht ausfindig gemacht werden. Inzwischen war Wolff verstorben, andere führten die Stiftung jedoch weiter.
Der Staatssicherheit, die nicht über die Informationsfülle der italienischen Stiftung verfügte, war in den letzten Jahren auch keinen Schritt vorangekommen. Doch dann kam eine Erleuchtung: Es hatte doch vormals 3 Menhire gegeben, doch nur noch einer stand an seinem angestammten Platz.
Die Suche nach Mudra verlief zunächst weiter erfolglos, denn Mudra hatte mit seiner Eheschließung seinen Namen gewechselt und heiß seit langer Zeit Rieche. Hannes Mudra hatte seinen Namen ganz bewusst gewechselt. Sein Vater hatte ihn in das Diamantenversteck eingeweiht und ihm die Koordinaten hinterlassen. Und eines Tages werden sie nach Dir suchen hatte der Vater auch gesagt.
Nun war es soweit, wie Mudra-Rieche erfahren hatte. In Goslar waren Leute unterwegs, die nach Hannes Mudra suchten, den es ja eigentlich schon lange nicht mehr gab. Mudra konnte noch fliehen, wurde aber dann von seinen Häschern doch gefasst. Man presste ihm die Koordinaten des Verstecks ab, bevor man ihn tötete.
Die Stasi-Sondereinheit hatte zwar die Koordinaten nicht, jedoch die Intention bei den anderen beiden Menhiren ihre Suche fortzusetzen. Beim Heimburger Menhir, der 1945 von einem Panzer umgefahren worden war und unter der Erde lag wurden die Truppe um Führungsoffizier Langer 1989 fündig. Sie bargen die Kiste und erstatteten Meldung zu Milke nach Berlin. Jedoch war ihnen nicht klar, dass ihre Aktion von weitem genau beobachtet worden war.
Es war die Zeit der „Wende“ in der DDR und Langer musste warten bis er eine Antwort aus Berlin erhielt. Ihm wurde mitgeteilt, das Milke noch nicht entschieden habe, was mit der Kiste geschehen sollte. Langer sollte sie bis dahin im ZV-Führungsbunker des Kreises Wernigerode sicher verwahren und streng bewachen. Tagelang wartete er und das System der DDR begann sich zunehmend selbst aufzulösen. Dann fasste er den Entschluss mit der Kiste nach Berlin zu fahren, um sich vor Ort weitere Anweisungen zu holen. In Berlin angekommen musste er feststellen, dass sich die Stasi aufgelöst hatte, niemand war mehr zu erreichen.
Langer kehrte nach Wernigerode in den Führungsbunker zurück und begann Pläne zu schmieden. Er ahnte, dass da etwas vorging wovon er keine Kenntnis hatte, denn inzwischen waren seine beiden Kollegen von der Schatzbergung auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen. Dennoch war ihm nicht bewusst, dass Mitarbeiter der Wolffschen Stiftung bzw. der Dortmunder Survivel-Firma ihm unmittelbar auf den Fersen waren.
Langer hatte keine weiteren Freunde in der Region, nur eine flüchtige Bekanntschaft mit einem jungen Mann, die er gerade erst gemacht hatte.
Er wollte an die Diamanten ran und sich damit ein schönes Leben machen. Doch er kannte das Geheimnis der Kiste nicht.
Zusammen mit dem Bekannten sprengte er die Kiste mit einer Spezialschneidladung. Der junge Gehilfe erlebte die Sprengung in sicherer Entfernung. Langer hingegen wurde dabei getötet, wohl von der biologischen Waffe im Innern der Kiste. Der junge Gehilfe nahm einen Teil der Diamanten an sich, dann wurde er gestört. Die Beauftragten von Wolffs Stiftung waren ihm auf den Fersen, er konnte entkommen, jedoch nicht verhindern, dass „die Jäger des verlorenen Schatzes“ die restlichen Diamanten an sich nahmen.
Der junge Gehilfe fand an den Diamantsäckchen das belgische Siegel und setzte sich mit der Belgischen Botschaft in Verbindung. Es wurde die Rückgabe an Belgien vereinbart und ausgeführt.
Die übrigen Diamanten verschwanden wohl in den Tresoren der italienischen Wolff-Stiftung. Soweit die Ausführungen von Andreas Pawel in seinem Buch „Stern vom Harz“.

Millionenschatz in Goslarer Teichen

Der Harz war im Mittelalter und auch noch in der älteren Neuzeit die bedeutendste Bergbauregion Europas. Besonders die Erze von Silber, Kupfer und Zinn und Blei wurden gefördert und weiterverarbeitet.

Dieser intensive Harzer Bergbau und die zugehörige Verhüttung brachten zahlreiche bedeutende Erfindungen hervor, die in aller Welt Anwendung fanden: die Schienen-Hunte (Loren), Dynamit, das Drahtseil, die Fahrkunst und vieles mehr. Jedoch war die Erzaufbereitung des sogenannten „Alten Mannes“ (abgebaute, verlassene und aufgefüllte alte Bergwerke), wie auch die Weiterverarbeitung in den Hütten bis weit ins Industriezeitalter hinein wenig effizient.

Im Folgenden werde ich mich nun der Erzaufbereitung in der Neuzeit zuwenden und das speziell im Rammelsberger Revier in Goslar. Mit der Nutzung der Wasserkraft ab dem 16./17.Jahrhundert entstanden ganz neue Möglichkeiten und Technologien. So nutze man das Wasser zum Auswaschen von Lettern (erdige, taube Gangbestandteile) sowie zur Trennung von Erz und tauben Gestein, über die unterschiedliche Dichte der Mineralien. Die Wasserkraft wurde darüber hinaus auch für die Pochwerke eingesetzt. So werden Stampfwerke, Stoßwerke oder Schlagwerk genannt, die zum Zerkleinern der Erze dienen. Diese Pochwerke waren in der Regel in den tiefen Flusstälern angesiedelt, wohin man das Erz transportierte. Das Wasser bezogen die Pochwerke von den Gruben, wo es zuvor Kehr- und Kunsträder in Bewegung gehalten hatte.

Bis zum Beginn des Industriezeitalters (um 1850) war die Erzaufbereitung dennoch mit viel Handarbeit verbunden und zudem recht dezentral und kleinräumig angelegt. Nach 1850 wurden die verstreuten kleineren Pochwerke und Erzwäschen durch zentralere Erzaufbereitungen abgelöst. Das Grundprinzip Grobzerkleinerung – Handscheidung – Sieben – Setzen – Feinzerkleinerung – Herdwaschen/ Feinsetzen und Schlammwäsche blieb auch weiterhin sehr ähnlich, wurde jedoch ständig technologisch perfektioniert und mechanisiert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde ein nassmechanisches Erzaufbereitungsverfahren eingeführt, dass nach dem 1. Weltkrieg durch ein Flotationsverfahren abgelöst wurde. Dieses Flotationsverfahren wurde ständig perfektioniert und bis zur endgültigen Einstellung der Förderung im Rammelsberg im Jahr 1988 angewandt. Zwar konnte die Ausbringung der Metalle aus den Erzen ständig erhöht werden, dennoch ging der Abgang der Nassaufbereitung in dazu angelegte Bergbauteiche zwischen Goslar und Oker. Dort lagerten sich diese stark erz- und mineralhaltigen Pochwerksschlämme in den Bergteichen am Bollrich als Bodensatz ab.

Blog-Marketing bringt neue Kunden und mehr UmsatzExperten der TU Clausthal-Zellerfeld haben nun vor einigen Jahren die Spur dieses Bodensatzes aufgenommen, in dem sie begannen ihn einer chemischen Analyse zu unterziehen. Was die Wissenschaftler auf dem Grund dieser unscheinbaren Teiche vermuten, hört sich wie der Stoff zu einem Märchen an: 1,5 Tonnen Gold, 200 Tonnen Silber, 14.000 Tonnen Kupfer, 70.000 Tonnen Blei, 100.000 Tonnen Zink, 1,5 Mio. Tonnen Schwerspat sowie seltene und wertvolle Metalle wie Iridium, Kobalt und Gallium.

„Man kann davon ausgehen, dass in dem Sediment Metall im Wert von mehreren hundert Millionen Euro lagert“, meint der Clausthaler Professor Daniel Goldmann, der einen Lehrstuhl für Rohstoffaufbereitung und Recycling innehat. „Und das ist keine Vermutung auf blauen Dunst“, meint Goldmann.

Um die Metalle und Mineralien zu orten, zu bergen, zu gewinnen und aufzuarbeiten hat die TU Clausthal mit Firmen und Institutionen einen Verbund gebildet. Bund und Land fördern das Projekt vorerst mit zwei Millionen Euro.

Die notwendige Entnahme von Bohrkernen aus den Teichsedimenten wurde im Dezember 2015 abgeschlossen. Nun werden die entnommenen Proben in der TU Clausthal untersucht. Es werde dann noch einige Jahre dauern, bis die Verfahren zur Aufbereitung des metallhaltigen Materials soweit entwickelt seien, dass der Schatz tatsächlich gehoben und aufbereitet werden könne, sagt Prof. Goldmann.

Das Projekt um die Goslar-Rammelsberger Teichsedimente ist jedoch nicht das einzige Projekt, dass eine Renaissance des Harzer Bergbaus verspricht. Auch Lagerstätten, die früher aus wirtschaftlichen Gründen nicht bergbaulich genutzt wurden, geraten wieder in den Focus und selbst die gewaltigen Abraumhalden des Bergbaus sind Gegenstand von Nutzbarkeitsanalysen. Aber dazu mehr in einem späteren Beitrag.