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Technik – Fluch und Segen zugleich. Setzen wir sie zum Wohlergehen der Menschen ein!

Bernd Sternal

Klimawandel und was nun?

Lange habe ich mit diesem Beitrag, der sich ja auf die Bundestagswahl beziehen soll, gewartet. Es war meine Intension, die Ergebnisse der Jamaika-Sondierungsgespräche und die des Weltklimagipfels in meine Betrachtungen mit ein einzubeziehen.

Die Ergebnisse liegen nun vor und sind ernüchternd!

Fangen wir jedoch mit dem Klimawandel an: Ich bin keine Klimawandel-Leugner. Jedoch habe ich bereits eine Vielzahl von geschichtlichen Büchern verfasst, in denen ich mich mit Klimawandel im Laufe der Erd- und Menschheitsgeschichte beschäftigt habe. Es sollte daher unstrittig sein, dass es Klimaveränderungen in Richtung Abkühlung oder Erwärmung zu allen Zeiten gegeben hat.

Auch heute findet ein Klimawandel in Richtung Erwärmung statt, der vor mehreren hundert Jahren begonnen hat. Es kommt nun häufig zu der Aussage, dass sich mit dem Beginn der Industriellen Revolution vor etwa 200 Jahren die Erwärmung drastisch zu beschleunigen begann. Ich kann das nicht widerlegen. Diese Beschleunigung wird zudem in direkten Zusammenhang mit der Industrialisierung gebracht und soll somit menschengemacht sein. Ob dem so ist, dahinter steht ein gewisses Fragezeichen.

Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass etwa alle 100.000 Jahre eine Warmzeit auftritt, die logischerweise eine Kaltzeit ablöst. Als einer Ursache dafür wird eine Veränderung der Erdumlaufbahn und der Rotationsachse der Erde angesehen. Jedoch können Klimawandel auch durch verschiedene Naturkatastrophen und andere Ereignisse verursacht werden.

Wir können wohl derzeit von einer dieser zyklischen Klimaveränderungen ausgehen. Von der Wissenschaft wurden zahlreiche Warmzeiten untersucht und eine davon, die etwa vor 19.000 Jahren einsetzte, etwa genauer. Mehr dazu finden sie unter www.klimafakten.de

Zusammensetzung der Luft - Abbildung Wikipedia "Luft"
———————— Zusammensetzung der Luft – Abbildung Wikipedia

Zu den sogenannten Treibhausgase zählen Methan, Distickstoffmonoxide, Flurkohlenwasserstoffe, Schwefelhexafluoride und Stickstofftrifluoride sowie das Kohlendioxid. Sie alle sind strahlungsbeeinflussende gasförmige Stoffe in der Luft, die zum Treibhauseffekt beitragen und sowohl einen natürlichen als auch einen anthropogenen Ursprung haben können.

Auf unserem Planeten sind geschätzte 65.500 Gigatonnen Kohlenstoff gespeichert, davon ist etwa ein Prozent in Form von CO2 Bestandteil unserer Atmosphäre. In einem Kohlenstoffzyklus wird ständig eine sehr große Menge dieses Kohlenstoffs zwischen der Atmosphäre und den anderen Depots, wie Meere und Ozeane, Lebewesen, Böden und Gestein ausgetauscht.

Wie wir heute wissen, war der CO2-Gehalt in der Atmosphäre durch die verschiedensten Ursachen und Umstände in der erdgeschichtlichen Entwicklung sehr unterschiedlich. So war er in der kambrischen Explosion (erstmalige Vorkommen von Vertretern fast aller heutigen Tierstämme in einem geologisch kurzen Zeitraum von 5 bis 10 Millionen Jahren zu Beginn des Kambriums vor etwa 543 Millionen Jahren) der CO2 Gehalt in der Atmosphäre mit etwa 0,6 Prozent gegenüber heute 0,04 Prozent auf einem sehr hohen Level. Jedoch hat die Evolution alle diese Probleme lösen können.

Kohlenstoff und seine Verbindungen sind auf Grund ihrer besonderen Elektronenkonfiguration Grundbausteine des Lebens auf der Erde.

Pflanzen wandeln Kohlenstoffdioxid mit Hilfe der Photosynthese in Zucker, insbesondere Glucose, um. Die für diese Reaktion nötige Energie gewinnen sie über die Absorption von Sonnenlicht durch Chlorophyll. Der Prozess wird Photosynthese genannt, als Abfallprodukt entsteht Sauerstoff. Dieses Gas wird von den Pflanzen in die Atmosphäre abgegeben, wo es anschließend für die Atmung heterotropher Organismen und anderer Pflanzen benutzt wird; damit entsteht ein Kreislauf. Durch diese Stoffströme wird das Kohlenstoffdioxid der Atmosphäre durchschnittlich alle 3 bis 5 Jahre vollständig ausgetauscht. Die Freisetzung und der Verbrauch von Kohlenstoff im Pflanzenbereich gleicht sich in etwas aus, ist also in etwa neutral.

heterotrophe MechsnismenAbbildung:
Kreislauf zwischen Autotrophen und Heterotrophen. Autotrophe können Kohlendioxid (CO2) und Wasser nutzen um Sauerstoff und komplexe organische Verbindungen zu bilden.

Dies hauptsächlich durch den Prozess der Photosynthese. Alle Organismen können solche Verbindungen nutzen um ihrerseits CO2 und Wasser durch zelluläre Atmung zu bilden.

Quelle: Wikipedia

 

Das System „Erde“ wird als geschlossenes System betrachtet, das aus fünf Teilsystemen besteht: Atmosphäre, Hydrosphäre, Lithosphäre, Biosphäre und Pedosphäre.

Für unsere Klimabetrachtungen sind vorrangig die Teilsysteme Atmosphäre und Biosphäre von Bedeutung, beide sind jedoch die kleinsten Kohlenstoffspeicher auf der Erde. In der Atmosphäre befanden sich mit Stand 2017 ca. 850 Gigatonnen Kohlenstoff, das sind nur rund 0,001 % des globalen Gesamt-Kohlenstoffes. Der Kohlenstoffgehalt der Atmosphäre reagiert also auf Änderung der Flussraten besonders empfindlich. Aufgrund biochemischer Vorgänge weist die Atmosphäre jedoch die höchsten Kohlenstoff-Flußraten auf und ist damit Bestandteil der kurzfristigen Kreisläufe.

Treibhausgase und insbesondere CO2 absolvieren einen Teil der vom Planetenboden abgegebenen langwelligen Infrarotstrahlung. Je mehr davon also Bestandteil der Atmosphäre ist, je mehr wird absorbiert und kann nicht in das Weltall entweichen. Das ist der sogenannte Treibhauseffekt, ohne den jedoch ein Leben auf der Erde wohl unmöglich wäre, denn es wäre hier viel zu kalt. Jedoch muss dieser Treibhauseffekt in einem gewissen Rahmen ablaufen, um nicht schädigend zu wirken.

Klimaveränderungen gehen normalerweise sehr langsam von statten. Nun gilt es als nachgewiesen, dass sich seit der Industriellen Revolution vor 200 Jahren der CO2-Gehalt in der Atmosphäre sehr schnell erhöht hat, eine Erhöhung, die man nicht mit natürlichen Ursachen begründen kann. Daher wird diese CO2-Anreicherung der Atmosphäre, der damit ansteigende Treibhauseffekt und auch die dadurch steigende globale Erderwärmung, dem Verbrennen fossiler Brennstoffe zugeschrieben.

Ob dem wirklich so ist, darüber wird heftig gestritten. Zu viele Faktoren spielen bei der Gesamtbewertung eine Rolle, die wir noch nicht alle überblicken.

Und damit sind wir wieder bei der deutschen und der internationalen Politik angelangt und deren geplante Maßnahmen für den Klimaschutz.

Klima- und Umweltschützer haben besonders die CO2-Emmissionen von Kohlekraftwerken und von Verbrennungsmotoren für Fahrzeuge als Schuldige ausgemacht. In Deutschland fordern die Grünen sowie Klima-, Umwelt- und Naturschutzorganisationen einen schnellen Komplettausstieg aus der Kohleverbrennung sowie ein baldiges Verbot der Zulassung von neuen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

Um die Ziele des 2015 in Paris beschlossenen Klimaschutzvertrages zu erfüllen, die sogenannte menschengemachte globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen, ist weltweit ein Kohleausstieg bis etwa 2030 notwendig, heißt es dazu.

Wohl auch daran sind die Sondierungsgespräche einer Koalition von CDU/CSU, Grünen und FDP in der Nacht vom 19. zum 20. November gescheitert.

Sicherlich sind diese Zielstellungen für Klima- und Umweltschutz begrüßenswert und notwendig, es wird auch mit Hochdruck daran gearbeitet. Jedoch kann es nicht Ziel einer verantwortungsvollen Politik sein, derartige Termine gesetzlich festzuschreiben und die Menschen dann bei Umsetzung damit allein zulassen. Es ist daher nicht wirklich von Bedeutung ob die Zielstellung 2030 oder 2040 heißt. Zunächst müssen „Nichtpolitiker“, also Techniker, Ingenieure und Wissenschaftler, praktikable Lösungen finden und diese zu verlässlichen Geräten, Maschinen, Fahrzeugen und Verfahren entwickeln. Das geht nicht per Gesetz: Aber vielleicht etwas schnelle bei tatkräftiger Unterstützung durch die Politik.

Klar, die Erderwärmung wird wohl weiter voranschreiten. Doch Deutschland produziert nur etwa 2,2 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen.

Wir hatten gerade die Weltklimakonferenz in Bonn: 29.000 Anmeldungen, angeblich 25.000 Teilnehmer konferierten 2 Wochen. Vorzeigbare Ergebnisse? Fehlanzeige! Nicht Konkretes, unendlich viel geduldiges Papier und Geldforderungen von Entwicklungsländern. Ein irrer Aufwand, der Deutschland 117 Millionen Euro gekostet hat. War das nötig? Bei dem Aufwand ein ganz eindeutiges NEIN. Aus 190 Nationen kamen die Teilnehmer geflogen. Und wir alle wissen wie klimaunfreundlich Fliegen ist. Jedoch scheint das die Klimaschützer wenig zu interessieren, wenn es um ihre hehren Ziele und Ideologien geht. Viele Ländervertreter scheinen nur gekommen zu sein, um von den Industrieländern Geld zu fordern, eigene Anstrengungen Fehlanzeige.




Auch ich kenne kein besseres Rezept, als solche internationalen Konferenzen durchzuführen. Aber bitte in Zukunft mit erheblich weniger Aufwand, damit sich das Aufwand-Nutzen-Verhältnis im Rahmen hält.

Die diesbezüglichen Zahlen zu den Emissionswerten von CO2, die zur Verfügung stehen, sind leider nicht zu überprüfen. Demnach erzeugen laut EPA 40 Länder die größten Emission von Kohlenstoffdioxid aus energetischer Nutzung (Verkehr, Heizen, Stromerzeugung, Industrie) von insgesamt 86,8 Prozent. Nicht in der Liste enthalten sind auch europäische Länder wie Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark, Bulgarien, Rumänien, Portugal, Ungarn, Slowenien, Tschechien und auch, außer Brasilien, kein südamerikanisches Land?

Oftmals gehen heute bei uns in Deutschland leider Ideologien vor Realpolitik. Ich glaube nicht, das wir vielen unserer Bürger vermitteln können, dass unsere Kohleindustrie ohne Ersatz kaputtgemacht wird ohne für die betroffenen Regionen wirtschaftliche Vorsorge zu treffen. Bei der Fahrzeugindustrie ist die Lage noch prekärer. Der Weltmarkt wird noch über viele Jahrzehnte Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren nachfragen. In den meisten Ländern dieser Erde ist eine Infrastruktur, die es erlaubt mit E-Mobilen zu fahren, nicht absehbar. Können wir da aus dieser Technologie aussteigen, ohne adequaten Ersatz an Beschäftigung?

Wir müssen in Deutschland verantwortungsvoll mit dem Klima-und Umweltschutz umgehen, jedoch nicht ideologisch. Ein diesbezüglicher Beitrag von uns könnte doch auch sein, wenn wir helfen die CO2-Emissionen in anderen Ländern zu mindern. Denn wo auf der Welt diese Einsparungen vorgenommen werden, ist unserem Planeten recht egal. Doch in der Regel spricht sich ein erheblicher Teil unserer Politiker dagegen aus: wir sollen Vorreiter sein, koste es was es wolle. Und das ist Ideologie pur!

Zudem muss begonnen werden, sich ehrlich zu machen. Wir geben riesige Summen für den Klima- und Umweltschutz aus und es soll immer noch mehr werden. Jedoch ziehen sehr viele Länder nicht an diesem Strang mit und allein Europa, sowie einige andere Industrieländer, können wenig bewirken. Auch ist das ganzen Unternehmen nicht ohne erhebliches Risiko, denn wir wissen nicht, ob wir bei allen Bemühungen den Klimawandel stoppen oder beeinflussen können.
Wattenmeer

Vor vielen hundert Jahren waren weite Teile des heutigen Friesischen Wattenmeeres Siedlungsräume von Menschen. Diese mussten mit ansteigendem Meeresspiegel aufgegeben werden.

Vielleicht können wir diese Warmzeit nicht wirklich aufhalten, dann verlieren Millionen Menschen ihr zuhause. Über diese Möglichkeit muss auch nachgedacht werden und es muss Vorsorge getroffen werden. In einigen Gebieten der Welt kann man vielleicht mit technischen Möglichkeiten helfen. In anderen müssen sich diese Menschen dann neue Wohngebiete suchen. Dabei muss die Weltgemeinschaft helfen. Ein Fond für diesen Fall, in den alle Länder einzahlen wäre sicherlich ein Lösungsansatz. Die Augen vor dem Scheitern der Klimabemühungen zu verschließen hilft jedenfalls nicht weiter. Und wir sollten akzeptieren, dass die Chancen wohl 50/50 stehen. Dagegen hilft letztlich auch alle Ideologie nicht, die unsere Menschen immer weniger mitnimmt. Mitte und Maß sind gefragt und vor allem Ehrlichkeit.

Der Gates Way

Vor einigen Wochen bin ich bei Recherchen auf eine Anzeige gestoßen, die offerierte Bill Gates habe ein Computeralgorithmus entwickelt, der den Reichtum der Welt umverteilen und Armut abschaffen kann.
Mein Interesse war geweckt: Nicht weil ich auch nur einen Moment an dieses Heilsversprechen geglaubt habe, sondern, weil ich der Sache auf den Grund gehen wollte.
Der bezahlte Werbebanner führt zu einer Website, die sich als CNN-Money ausgibt. Cable News Network (abgekürzt: CNN) ist eigentlich ein US-amerikanischer Fernsehsender mit Sitz in Atlanta, Georgia. Er ist einer der weltgrößten Sender und zudem der erste weltweite reine Nachrichten- Sender. CNN ist glaubwürdig, auch wenn man nicht jede Nachricht glauben kann.
Jedoch hat CNN-Money nichts mit dem US-amerikanischen Fernsehriesen CNN zu tun. Die reißerische Nachricht von CNN-Money lautet: „Bill Gates stielt dem reichsten 1 Prozent ihren Reichtum“, oder so ähnlich.
Eigentlich ist CNN-Money ein neuer Fernsehkanal der Amerikaner, der seit Jahresbeginn seine Arbeit in der Schweiz aufgenommen hat und exakt CNN Money Switzerland heißt.
Jedoch ist die Website, auf die man nach dem Anklicken gelangt, ein Fake, und der Titel der Kampagne ist wohl nach dem 2001 erschienen Buch „Business the Bill Gates Way“ benannt. Es folgt ein langer Beitrag: Oberflächlich und auf den ersten Blick betrachtet dürfte man tatsächlich meinen, sich bei CNN Money zu befinden. Letztendlich ist es ein pseudoredaktioneller Inhalt. Alle Merkmale einer echten Fake-News liegen hier vor. Gleichzeitig ist der Inhalt relativ unpolitisch, wie bei kommerziell angetriebenen Fake-News häufig der Fall.

Halfsize Traumb. V1

Es wir offeriert, dass Bill Gates Milliarden Dollar ausgegeben und mit einem hochspezialisierten Team jahrelang an einer Software – einem Algorithmus – gearbeitet hat, der automatisiert Geld erwirtschaftet. Das soll über sogenannte Binäroptionen eingespielt werden. Eine binäre Option (auch: digitale Option) ist ein Finanzderivat, das von Optionen abgeleitet ist, zu den exotischen Optionen zählt und zur Kategorie der Termingeschäfte gehört. Bei binären Optionen können nur zwei Szenarien eintreten: Tritt ein zuvor definiertes Ereignis ein, erhält der Käufer einen festgelegten Betrag, andernfalls verfällt die Option wertlos.
Weiter heißt es, dass die Software demnächst kostenlos zu erhalten sein wird. Etwa 100 Stellen in diesem Fake-Text sind zu einer dubiosen Software verlinkt. Weiter heißt es: „Wir empfehlen eine Mindestinvestition von 250 US$. Nach unzähligen Tests haben wir festgelegt, das 250 US $ der Mindestbetrag ist, mit dem das Erzielen von schneller Profite von 2 000 bis 4 000 $ am Tag garantiert ist.“
Dieses Fake-News ist also auch ein riesiger Betrug. Ein Video wird eingespielt, das Bill Gates zeigt. Das Video ist echt, nur der Text den Gates spricht, der wurde manipuliert und ausgetauscht, so wie auch das Hintergrundlogo CNN-Money nachträglich eingefügt wurde.
Man kann sich auf dieser Webseite auch gleich eintragen, um schnell informiert zu werden, wenn die Software zur Verfügung steht. Ich habe mich angemeldet! Interessenhalber, um zu sehen was weiter geschieht. Nur wenige Minuten nach meiner Anmeldung erhielt ich den ersten Anruf und schon bald drei Mails. Es folgten einige weitere Anrufe. Alles sehr freundliche Männer und Frauen am anderen Ende der Leitung, mit eindeutigem osteuropäischen Akzent. Es wurde mir nahegelegt, doch schon als Testperson meine „Einsätze zu tätigen“. Die Anrufe wurden nervig, da habe ich mich als Journalist zu erkennen gegeben. Es wurde aufgelegt und seitdem ist Ruhe.
Wer also Geld loswerden will sollte den Gates-Way gehen. Wer davon nicht so viel hat, sollte die Finger davonlassen. Die ungerechte Vermögensverteilung auf der Erde wird mit diesen Binäroptionen sicher nicht abgeschafft. Ganz im Gegenteil: Einige wenige skrupellose Gauner bereichern sich an denen, die schon nicht viel haben.
Für mich ist nur unerklärlich warum Bill Gates sowie CNN ihre Machtfülle nicht nutzen, um gegen den Missbrauch ihrer Namen vorgehen. Aber vielleicht wissen sie ja davon noch gar nichts.



Große Entdecker und Erfinder: Die Brückenbauer – Roebling sen. & Roebling jun. / letzter Teil

Nachdem das erste Drahtseil auf der East-River-Bridge installiert worden war, folgten Tausende weiterer. Da Washington Roebling nicht mehr verfügbar war, verantwortete der Maschinenmeister R.F. Farrington die Herstellung der Seile. Erfahrungen dafür hatte er bereits bei der Cincinnati-Brücke sammeln können. Um seinen Mitarbeitern die Angst vor der gefährlichen Arbeit an den Seilen zu nehmen und zugleich der Bevölkerung die Stabilität seiner Seile zu demonstrieren, hatte Farrington eine besondere Idee. Er wollte eine erste Fahrt mithilfe des Drahtkabels selbst vornehmen. Das Ereignis war für den 25. August 1876 in der Presse angekündigt, und es waren sehr viele Zuschauer gekommen.
„Farrington benutzte ein Brett das mit zwei Stahlseilen und einer Öse an dem umlaufenden Drahtkabel befestigt wurde. Seine Mitarbeiter zogen ihn vom Ankerblock in Brooklyn steil hinauf, über den ersten Pylon. Dann ging es in rasanter Fahrt hinunter, bis er den tiefsten Punkt des Kabels erreicht hatte. Nun musste er wieder in die Höhe gezogen werden, bis er den Turm auf New Yorker Seite passiert hatte. Dabei schwenkte er die ganze Zeit seinen Hut und winkte der Menge am Boden zu. Als er seine halsbrecherische Fahrt am Ankerblock in New York beendet hatte, wurde seine mutige Tat mit frenetischem Beifall belohnt.“
Zur Erleichterung der Montage wurde für die Arbeiter im Frühjahr 1877 eine sogenannter „Catwalk“ installiert. Das war eine schmale Fußgängerhängebrücke, die von Ankerblock zu Ankerblock über die beiden Brückentürme hinweg führte. Der „Catwalk“ bestand aus rohen Holzplanken, die, um die Windlast zu verringern auf Abstand installiert waren. Das ganze Konstrukt war an Stahlseilen aufgehängt und schwebte an seinem tiefsten Punkt noch 64 m über dem East River. Die schwankende Brücke war nur für die Arbeiter gedacht, dennoch sollen täglich bis zu 70 Abenteuerlustige um eine Erlaubnis gebeten haben, den Catwalk zu benutzen. Einigen fuhr jedoch auf dem schwankenden Konstrukt derartig die Angst in die Glieder, dass sie weder vor, noch zurück konnten, und von den Arbeitern aus ihrer misslichen Lage gerettet werden mussten. Als Roebling das Ganze zu viel wurde, verbot er die Benutzung durch Privatpersonen.

East River Bridge um 1900
East River Bridge um 1900

Das Kabelspinnen dauerte von Mai 1877 bis Oktober 1878. Jedes der vier Kabel hatte 19 Stränge, die ihrerseits aus 278 Einzeldrähten mit einem Durchmesser von 3 mm bestanden, insgesamt also 5 282 Drähte pro Kabel. Die Drähte wurden mit der patentierten Vorrichtung der Roeblings von Anker zu Anker geschickt, parallel nebeneinandergelegt und zu den Strängen zusammengefasst. Als alle Stränge vollständig waren, wurden sie symmetrisch angeordnet und zu einem kompakten Kabel mit einem Durchmesser von ca. 40 cm gepresst.
Kurz vor Abschluss der Kabelspinnarbeiten entdeckte Roebling den Betrug eines Drahtlieferanten. Dieser hatte minderwertigen Draht mit gefälschten Qualitätsbescheinigungen geliefert, das dann verarbeitet wurde. Roebling rechnete die Tragkraft nach und entschied, dass es genügend Reserven gab – die Seile mussten nicht ausgetauscht werden. Der Lieferant wurde jedoch finanziell zur Rechenschaft gezogen.
Als Brückenkonstrukteur und -bauer wird heute John August Roebling genannt. Unstrittig war er der Urheber: Gebaut hat die Brücke jedoch sein Sohn Washington, mit der außergewöhnlichen Unterstützung seiner Frau Emely. Auch wich Washington mehrfach von den ursprünglichen Konstruktionsunterlagen seines Vaters ab, denn er berücksichtigte ständig neue Erkenntnisse und zudem lernte er aus eigenen Fehlern sowie denen anderer.
Dazu ein prägnantes Beispiel: Roebling war auch über den Brückenbau in Europa immer auf dem Laufenden. Daher wusste er, dass dem Drahtseil innerhalb der Ankerkammern besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden ist. Dort konnte der Zustand der Seile nicht kontrolliert werden und zudem kam es durch Wassereintritt und Feuchtigkeit zu starker Korrosion. Um diesem Problem entgegenzuwirken, ersetzte er die letzten Meter des Drahtseiles innerhalb der Ankerkammer durch gusseiserne Kettenglieder, die in eine gusseiserne Ankerplatte eingehängt wurden. Zudem wurden die Ankerkammern zugänglich gestaltet und zudem hochwassersicher.




Obwohl zwischen New York und Brooklyn eines der beeindruckendsten Bauwerke der Neuzeit errichtet wurde, war die Meinung der Bevölkerung 1881 auf einem Tiefpunkt angekommen. Hauptgrund dafür waren die zahlreichen Verzögerungen: Der Bau schien kein Ende zu nehmen.
Im August 1882, wenige Monate vor Vollendung der Brücke, sollte Roebling als Chefingenieur abgesetzt werden. Als Begründung wurde angeführt, dass er die Baustelle nicht mehr besuchen konnte und zudem an keiner Baubesprechung mehr teilnahm. Zudem sprach man Roebling ab, den Bau zu Ende führen zu können. Und erneut sprang Roeblings Frau Emily in die Bresche und kämpfte wie eine Löwin für ihren Mann.

Emily Warren Roebling
Emily Warren Roebling

Die beherzte Emely besuchte sein Sitzung der „American Society of Civil Engineers“ (ASCE) und verlas eine Erklärung ihres Mannes, die alle Anschuldigungen Punkt für Punkt entkräftete. Emily Roebling war die erste Frau, der es erlaubt wurde vor diesem einflussreichen Gremium zu sprechen, und sie blieb den Ingenieuren keine Antwort schuldig. Die reine Männergesellschaft war offensichtlich sehr angetan von Emilys Auftreten und ihren fundierten Fachkenntnissen. Fortan setzte sich die Ingenieurvereinigung für Washington Roebling ein, bis die Absetzung schließlich vom Tisch war.
Im Frühjahr 1883 war es dann endlich soweit, die Brooklyn Bridge war fertig gestellt und konnte feierlich eingeweiht werden. Auch Präsident Chester A. Arthur ließ es sich nicht nehmen an der Einweihungsfeier teilzunehmen. Alle Probleme und Intrigen der Vergangenheit waren vergessen. Mit pathetischen Worten wurden Washington und Emely Roebling geehrt.
Die Gesamtkosten der Brücke beliefen sich auf über 15.000.000 $, mehr als doppelt soviel, wie John A. Roebling 1867 veranschlagt hatte. An ihrem Bau waren über 600 Männer (und eine Frau) beteiligt, von denen 20 ihr Leben verloren und viele ihre Gesundheit einbüßten. Ihre freie Spannweite von über 486 m war bei ihrer Vollendung die mit Abstand größte der Welt. Sie wurde erst 1890 von der Firth of Forth Eisenbahnbrücke in Schottland übertroffen.
Trotz seiner schweren Krankheit hatte Washington Roebling noch ein langes Leben. Er starb am 21. Juni 1926 in Trenton, New Jersey. Seine Frau Emely war bereits 23 Jahre vor ihm für immer gegangen.
Roeblings Hobby bestand in der Sammlung von Gestein und Mineralien. Seine mehr als 16.000 Objekte umfassende Sammlung wurde nach seinem Tod der Smithsonian Institution gestiftet. Sie ist ein bedeutender Teil der Nationalen Mineralien- und Schmuckstein-Sammlung der USA. Ihm zu Ehren vergibt die Mineralogical Society of America die Roebling Medal für Leistungen in der Mineralogie.