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Klimakiller Zement

Nach dem Willen der Klimaschützer sollen wir nicht mehr Autofahren, keine Urlaubsflüge mehr machen und keine fossilen Brennstoffe mehr einsetzen.

Das sind populäre, mitunter populistische Forderungen, die schnell aufgestellt sind. Jedoch ist das Klimaproblem, also die Reduzierung des CO2-Ausstoßes, nur technisch-technologisch zu lösen, denn es gibt zahlreiche weitere große CO2-Emissienten.

Einer davon ist die weltweite Zementindustrie, die geschätzte acht Prozent des weltweiten Treibhausgases produziert.

Etwa fünf Milliarden Tonnen Zement werden derzeit jährlich weltweit verbraucht, Tendenz stark steigend. Eine Forschergruppe der Martin-Luther-Universität Halle hat sich daher zum Ziel gesetzt, durch neue Technologien die Zementindustrie umweltfreundlicher zu machen.

Bei der Zementproduktion werden große Mengen an Energie verbraucht und zudem sehr viel Kalk. Zunehmend werden die Brennöfen, in denen der Kalk zu Zementklinkern verbrannt wird, statt mit fossilen Brennstoffen mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben, was bereits zu einer gewissen Verbesserung der CO2 Bilanz führt.

Darstellung eines Zementwerkes (Schema), Urheber: Kryptonit
Darstellung eines Zementwerkes (Schema), Quelle: Wikipedia, Urheber: Kryptonit

Das meiste Kohlendioxid stammt jedoch aus dem Kalkstein, beim Verbrennen von einer Tonne davon entsteht ca. eine Tonne CO2. Daher forscht das Team aus Halle, das von dem Mineralogen Herbert Pöllmann, geleitet wird, an klimafreundlichen Ersatzstoffen für den Kalk, die dennoch die Stabilität, Festigkeit und Lebensdauer des Kalkzements liefern können.

Die Forscher können nun erste vorzeigbare Ergebnisse präsentieren: Sie haben nachgewiesen, dass sich auch mit den Reststoffen aus der Kaolin- (Porzellan-Erde) und Aluminiumproduktion Zement herstellen lässt, der allen Anforderungen entspricht. Dabei müssen jedoch die Mischungsverhältnisse noch exakt festgelegt werden.

Diese Stoffe waren bisher Abfallstoffe, die entsorgt werden mussten und sie sind zudem CO2-frei. Beide Komponenten werden zwar von der benötigten Masse her den Kalk nicht komplett ersetzen können, die Forscher sind jedoch sehr optimistisch, weitere klimafreundliche Stoffe zu finden, die in der Zementherstellung den Kalk ersetzen können.

Und was zeigt und dieses Beispiel? Wir sollten weder Klimadogmen aufbauen, noch sollten wir uns auf die einfachen Lösungen der Klimaaktivisten einlassen. Die Lösungen der Klimaprobleme liegen in Wissenschaft und Technik. Es sollten nicht unzählig Milliarden Euro in Entschädigungen für Kraftwerksbetreiber fließen, dieses Geld wäre für Forschung und Entwicklung besser angelegt. Und das auch auf das Risiko hin, das der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen sich etwas verzögert.
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Unsere staatlichen Mittel für Forschung und Wissenschaft sind groß. Dennoch muss sowohl in der Wissenschaft, als auch in der Politik – und auch in unserer Gesellschaft –, neu gedacht werden. Forschung und Wissenschaft sind frei und unabhängig, dass müssen sie auch bleiben. Dennoch müssen wir abwägen was wir mit Steuergeldern fördern, unterstützen und finanzieren. Das Paarungsverhalten von Wildkaninchen (von mir aus der Luft gegriffen) kann nicht den Stellenwert der Technologieforschung bei der Zementproduktion einnehmen. Wenn es um Geld der Steuerzahler, also von uns allen geht, müssen demnach Prioritäten gesetzt werden: Auch wenn das vielen nicht gefällt und dem einen oder anderen Forscher weh tut.

Dabei müssen wir auch ein neues Verständnis zwischen Wissenschaft und Forschung und Erfindern entwickeln. Der Wissenschaftler, in der Regel an Forschungseinrichtungen, Instituten oder Universitäten angesiedelt, geniest ein hohes Ansehen und wird auch gut bezahlt. Ein Erfinder hingegen – ein Forscher und Wissenschaftler auf technischem Gebiet – steht, wenn er nicht in einem finanzkräftigen Unternehmen als Angestellter arbeitet, oft allein auf weiter Flur. Zudem muss nicht nur die Arbeit der Erfinder unterstützt werden, sondern auch die Umsetzung der Erfindung in markttaugliche Produkte oder Technologien und zuletzt natürlich muss die Markteinführung gewährleistet sein.