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Über Wirtschaft, Banken, Europa und Griechenland – ein satirischer Blick auf dieses Kuddelmuddel

Wirtschaft ist nicht so einfach wie viele denken, die sonst eher selten denken. Wirtschaft funktioniert nicht nach naturwissenschaftlichen Gesetzen, sie basiert auf Menschen und die sind nicht berechenbar. Eigentlich ist die Wirtschaftswissenschaft eine Populärwissenschaft, denn sie orientiert sich einzig an populären Dingen. Man könnte sie zum Teil auch als die Hure der Raffgierigen bezeichnen. Sie gibt sich immer dem hin, der am besten bezahlt. Das ist hervorragend an einem nicht mehr ganz frischen, aber immer aktuellen Fallbeispiel an Hand von zwei Kühen zu erläutern. Dazu muss zuerst festgestellt werden, dass die Politik die Regeln aufstellt an die sich die Akteure zu halten haben.

Deutscher Unternehmer: Du besitzt zwei Kühe, Dein Nachbar hat keine. Du setzt modernste Gentechnik ein und bekommst transgene Kühe die lila sind. Die saufen nur noch Bier, geben riesige Milchmengen in höchster Qualität, können 150 km/h laufen und produzieren Unmengen von Biogas, das direkt aufgefangen und zur Erzeugung von Strom verwendet wird. Aber Sie sind gewerkschaftlich organisiert, fordern 13 Wochen Urlaub im Jahr auf einer Alm und die Politik gesteht ihnen Mindestlohn zu.

Britischer Unternehmer: Du besitzt zwei Kühe, Dein Nachbar hat keine. Deine Kühe sind wahnsinnig, Du solltest Dir Schafe anschaffen.

Französischer Unternehmer: Du besitzt zwei Kühe, Dein Nachbar hat keine. Du streikst, weil Du drei Kühe haben willst. Um die soll sich aber Dein Nachbar kümmern, oder der Staat. Du gehst Essen und einen guten Wein trinken. Wie ist das Leben schön!

Russischer Unternehmer: Du besitzt zwei Kühe, Dein Nachbar hat keine. Deine Kühe waren früher im Kolchos und gehörten eigentlich Deinen Nachbarn. Du hast auch eine Wiese, ca. 10.000 qkm, die dem Kolchos gehörte, also auch Deinen Nachbarn. Zufälligerweise findest Du auf dem kleinen Grundstück Gas. Das verkaufst Du nach Deutschland. Steuern bezahlst Du nur für die zwei Kühe. Davon bekommen dann die armen Nachbarn, denen früher alles gehörte, ein Almosen.

Italienischer Unternehmer: Du besitzt angeblich zwei Kühe, Dein Nachbar hat keine. Aber Du weist nicht wo sie sind, Deine Kühe. Du machst Dich auf die Suche, da siehst Du eine schöne junge Frau. Du vergisst, warum Du losgegangen bist und machst „una pausa“. Das Leben kann so schön sein.

Spanischer Unternehmer: Du besitzt zwei Kühe, Dein Nachbar hat keine; er hat zwei Stiere. Er ist angesehen, Du hast nur Milch.

Amerikanischer Unternehmer: Du besitzt zwei Kühe, Dein Nachbar hat keine. Du verkaufst eine und least sie zurück. Dann gründest Du eine Corporation und zwingst die Kühe das 3- fache an Milch zu geben. Eine Kuh fällt tot um, was Dich wundert. Du gibst eine Presseerklärung heraus, in der Du erklärst, dass Du bei 50 % iger Kosteneinsparung die gleiche Milchmenge produzierst. Deine Aktien steigen gewaltig, auch Deine zweite Kuh fällt tot um.

Schweizer Unternehmer: Du besitzt zwei Kühe, Dein Nachbar hat keine. Er kauft Deine Milch und macht daraus Schokolade, Euch beiden geht’s gut.

Chinesischer Unternehmer: Du hast zwei Millionen Kühe, Dein Nachbar auch. Alles Land um Euch herum ist verseucht. Ihr schickt die Milch billig nach Europa, da bleiben die Bauern auf ihrer Milch sitzen. Du bist superreich, Dein Nachbar auch; die europäischen Bauern haben die EU.

EU-Wirtschaftsbürokratie: Du besitzt zwei Kühe, Dein Nachbar hat keine. Die EU nimmt Dir Deine Kühe ab und entschädigt Dich. Sie tötet die eine Kuh und melkt die andere, auch dafür bekommst Du eine Entschädigung. Das Fleisch wird nach Nordafrika geschickt, die essen aber kein Fleisch von heiligen Tieren. Egal! Die Milch wird in die Nordsee geschüttet. Ob dadurch der Milchner bei männlichen Fischen entsteht?

Polnischer Unternehmer: Du hattest zwei Kühe, die wurden gestohlen. Jetzt hat Dein Nachbar zwei Kühe.

Norwegischer Unternehmer: Du hast zwei Kühe, Dein Nachbar eine Fischfarm. Du schlachtest Deine Kühe und machst daraus Fischfutter, Euch beiden geht’s gut.

Holländischer Unternehmer: Du hast zwei Kühe, Dein Nachbar hat Antje. Die macht Käse aus Deiner Milch, den sie in Deutschland verkauft. Ihr beide seid happy.

Und dann ist da ja auch noch das stolze Volk der Griechen, denen wir versuchen die ganze Finanz- und Wirtschaftskrise in die Schuhe zu schieben. Was ist aus dieser einstigen Hochkultur mit ihren Dichtern, Wissenschaftlern und Philosophen nur geworden, die man auch als Wiege Europas bezeichnet. Das antike Griechenland, das die europäische Zivilisation maßgeblich prägte und eine erste Demokratie installierte, ging jämmerlich unter. Das griechische Staatssystem hatte seinen Zenit überschritten, es ging auf in viele neue Staaten. Droht der EU heute ein ähnliches Szenario? Geschichtschronologisch wäre es nicht verwunderlich! Übrigens: Europa ist altgriechisch und bedeutet so viel wie „weit“ und „Sicht“ – Weitsicht also. Da hat bei der Namensgebung sicherlich eine Verwechselung stattgefunden.

Schon sind wir bei der nie enden wollenden Kausalität zwischen Ursache und Wirkung, die da lautet: Wer ist schuld? Aber ich will mich hier keinen philosophischen Ergüssen hingeben, denn es ist alles sooooo einfach. Wer Schuld hat, ist völlig egal! Es zählt nur wer die Schuld bekommt und das ist immer der Schwächere. Also ist Griechenland schuld an der Krise: an der Euro-Krise, an der Euro-Länder-Schuldenkrise, an der Finanzkrise und an allen anderen die noch da sind und die noch kommen werden. Die Griechen nehmen‘s anscheinend gelassen. Das liegt zum einen an ihrer südländischen Mentalität zum anderen an „leckt mich am Ar….“, wer pleite ist hat Narrenfreiheit.

Griechischer Unternehmer: Du besitzt zwei Kühe, Dein Nachbar hat eine schöne Frau. Du musst Deine Kühe zählen, die Frau Deines Nachbarn verwirrt Dich, Dir rutscht eine Null in die Statistik. Du meldest an die EU 20 Kühe, das entspricht 1000% Wirtschaftswachstum. Du darfst Dich nun bis zum Wert von 10 Kühen verschulden und nimmst einen Kredit für 30 Kühe auf. Mit dem geliehenen Geld lässt Du es Dir gut gehen. Aber Du musst doch den Kredit zurückzahlen! Kein Problem, die EU leiht Dir die fehlenden Kühe, damit Du wenigstens die Zinsen zahlen kannst. Nun musst Du sparen, extrem sparen. Aber warum eigentlich? Sparen ist doof! Wenn Dir die EU kein Geld gibt kannst Du halt nicht zurückzahlen. Das Leben ist schön und von Deinem Restaurant in Deutschland weiß ja keiner.

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Aber warum soll Griechenland eigentlich schuld sein, an der Krise – außer, weil es am schwächsten ist? Anscheinend haben sich einige Politiker die Papiere von gewissen Beamten geliehen. Man sagt denen nämlich nach, sie müssen vor ihrer Vereidigung nachweisen, dass sie einen kennen, der Lesen und Schreiben und Rechnen kann. Aber diese Papiere haben wohl nicht geholfen oder aber die Lese- Schreib- und Rechenkundigen waren nicht greifbar – waren vielleicht im Urlaub in Griechenland. Sonst wären die EU-Verträge sicherlich so nicht unterschrieben worden. Einfach nur Pech – hat man halt manchmal. Und außerdem ist das alles ja nicht das eigene Geld der Politiker, auch wenn diese manchmal so ein Gefühl haben. Dumm gelaufen eben – kommt halt mal vor. Eigentlich geht es ja auch nur um eine Vision „Europa“ und wer große Visionen hat, sollte auch daran arbeiten sie zu realisieren – koste es was es wolle!

Du bist Unternehmer, kein griechischer, sondern ein gestandener Kaufmann. Ein Geschäftspartner kommt mit einem Vertrag auf Dich zu und bietet Dir an, seine Firma zu kaufen. Du schaust Dir die Bilanzen an und siehst: diese Firma ist pleite. Gut auch eine Pleitefirma hat einen Wert und kann bei guter Geschäftsführung wieder durchaus lukrativ werden. Aber diese Firma hat kein Knowhow, die Produktionseinrichtungen sind alle weg und außerdem hat sie jede Menge Personal mit Sozialansprüchen. Ok, die Immobilie und das Grundstück sind toll, aber leider nicht Bestandteil des Vertrages. Würdest Du solch eine Firma kaufen und den Vertrag unterschreiben? – Unabhängig mal vom Kaufpreis, der ist bei den zu erwartenden Investitionskosten sowieso zweitranging. Sicherlich nicht! Kaufleute machen das nicht, Politiker schon. Die meinen, sie haben Visionen – sind Visionäre – dabei zeichnen sie sich vorrangig durch Ignoranz und Populismus aus. Inkompetenz und Unwissenheit möchte ich ihnen nicht unterstellen, die kann man mit viel Fleiß und Lernbereitschaft aus der Welt schaffen.

Fleiß ist eine deutsche Tugend – und nicht nur das, auch noch ein Wort, dass aus dem germanischen stammt. Also eine nordische Tugend, eine, die evolutionspsychologische Ursachen hat, wie wissenschaftlich erwiesen ist. Eine, die auf die schweren nordische Lebensbedingungen zurückzuführen ist und der damit einhergehenden Vorsorge. Also kein Grund darauf unbotmäßig stolz zu sein. Einfach nur eine Überlebensstrategie in einer überlebensfeindlichen Umwelt.

Dagegen steht die südländische Sorglosigkeit – das Leben ist schön – auch kein Grund stolz darauf zu sein, auch nur evolutionspsychologisch bedingt.

Dennoch gibt es etwas gegenseitigen Neid: die Nordler wünschen sich die Sorglosigkeit, die Südler den Fleiß. Aber wir sind nicht bei „wünsch Dir was“, wir müssen’s nehmen, wie gegeben.

Also, Griechenland mag die Krisenursache sein, aber nicht ihr Grund. Denn das wäre so, als verließe man sich ausschließlich auf sein Sternenzeichen mit der Begründung, ich kann ja nichts daran ändern. Ich möchte mich nicht über Astrologie auslassen, aber die Sternenzeichen haben noch nie gestimmt, denn es gibt ein Dreizehntes, den Schlangenträger, den man geflissentlich – vorsichtig ausgedrückt – vergessen hat. Man hätte können, wenn man denn gewollt hätte. Nun aber ist Griechenland schuld.

Überall hören wir heute diese Griechenland- und Bankenschelte. Dazu kommt noch zunehmend eine Kapitalismusschelte. Alles wird pauschalisiert – man braucht schließlich Schuldige. Die Realität sieht anders aus: Das Primat liegt bei der Politik. Sie gibt die Richtung vor, sie ist Gesetzgeber und Gesetzesvollstrecker. Das Verhältnis zwischen Politik und Wirtschaft ist ähnlich dem zwischen Bauer und Kuh. Der Bauer kann seine Kuh hätscheln, ihr sogar einen Namen geben – was einen Namen hat isst man nicht – oder er kann sie schlachten. Die Kuh kann wenig dagegen tun, wie sich der Bauer verhält. Nur wenn er seine Kuh geschlachtet hat, ist auch seine Milchquelle verloschen. Daher wird der Bauer seine Kuh pflegen, damit es ihr gut geht, aber wenn sie zu fett werden sollte, gibt es weniger zu fressen.

Und wie verhält es sich mit der sogenannten Finanzkrise, die eigentlich keine ist, sondern höchstens eine Bankenkrise? Erinnern wir uns mal, warum es eigentlich Banken gibt. Manch einem mag es so vorkommen, als wenn es diese „Geldinstitute“ schon ewig gibt, dass aber ist ein Trugschluss. Man könnte bei dem Wort „Bank“ auch auf die Auslegung kommen – damit man nicht selbst auf seinem Geld sitzen muss. Das stimmt sogar irgendwie! Sicher waren es anfangs auch Sicherheitsaspekte, die dazu geführt haben anderen das eigene Geld anzuvertrauen. Privatgeführte Geldhäuser sind zwar schon recht alt und bereits für das späte Mittelalter überliefert. Vorher und auch noch danach bestanden die Sicherheitsvorkehrungen jedoch oftmals darin, das eigene Geld zu vergraben. Wenn man Pech hatte starb man, bevor man es wieder ausgraben konnte. Wenn man noch mehr Pech hatte, lebte man weiter, fand aber den Standort nicht wieder. In beiden Fällen waren andere die Nutznießer und fanden die Schätze oder aber sie warten heute noch auf Archäologen und Raubgräber. Ich grabe jedes Jahr meinen Garten um, hatte aber bisher noch kein Glück. Wenn ich aber dieses Glück haben sollte, dann hätte ich aber Pech gehabt, denn dann wäre ich wohl ein Raubgräber. Denn unsere Volksvertreter haben festgelegt, alles was an Altertümern im Boden gefunden wird, auch in meinem und Deinem Grund und Boden, gehört Vater Staat. Toll oder? Wenn man richtig Pech hat wird einem noch Raubgrabung unterstellt und dann: Schatz weg und ab in den Knast.

Aber zurück zu den Banken, die sich gern selbst Kreditinstitute nennen. Die Ursprünge der heutigen Banken liegen in der Zeit der Industriellen Revolution. Sie wurden Mitte des 19. Jahrhunderts als Aktiengesellschaften gegründet, um den expandierenden Industriebetrieben das erforderliche Kapital bereitstellen zu können. Schnell nannten sie sich Banken, angelehnt an das italienische „Banco“ (Tisch). Insider aber wissen – gemeint war der Tisch des Geldwechslers – also der Tisch, über den man gezogen wurde. Damals erfüllten die Banken ihren Sinn und Zweck – dann aber kam die Gier und der Zinseszins. Man hatte erkannt, dass mit Geldwirtschaft mehr zu verdienen ist als mit Produktionswirtschaft und begann die Ökonomie et absurdum zu führen. Man hatte einen ökonomischen Hebel gefunden der die Wirtschaft auf den Kopf zu stellen begann. Wenn man Geld einfach verknappte, konnte man höhere Zinsen verlangen und somit größere Gewinne generieren. Die Produktionsbetriebe, die Landwirtschaft, das Handwerk, später die Dienstleistungen alles begann am Tropf der Banken zu hängen. So begann die Bankenkrise, die eigentlich eine Geldkrise ist, in Wirklichkeit aber eine Gesellschaftskrise. Dann mischte sich auch noch die Politik ein und erlies Gesetze um einen Sozialtatsch vorzutäuschen. Und das ausgerechnet im Mutterland des Kapitalismus, den USA. Jeder sollte sein Haus haben, egal ob er es sich leisten konnte oder nicht. Die Unternehmen, die alles Geld erwirtschaften, mussten darum buhlen. Den privaten Haushalten aber warf man die Kredite in den Rachen – weil der Staat und die Banken ja so sozial sind. Und dann platze die riesige Blase – man hatte sie zu sehr aufgeblasen. Wir alle kennen das von einem Luftballon – wenn man den zu sehr aufbläst, dann fliegt er einem irgendwann um die eigenen Ohren, oder aber er erzeugt so viel Auftrieb, dass er einen vom Boden abheben lässt.

Bautzzzzzz! Die Blase war geplatzt und zahlreiche Kreditinstitute pleite. Wie immer versuchte die Politik ihre Hände in Unschuld zu waschen. Das kennen wir ja zur Genüge – nach dem altbewährten Motto: Wer keine Ausrede mehr weiß, wird erschossen. Wirklich erschossen waren aber nur die Lehmann-Brüder und Millionen von Kreditnehmern und Anleger. Die anderen Banken waren fein raus – sie waren systemrelevant. Was das heißt kann ich Euch nicht erklären, da befragt mal die Politiker. System bedeutet so viel wie zusammenhängendes Gebilde. Einfach ausgedrückt könnte man wohl sagen, man will am vorhandenen zusammenhängenden Gebilde festhalten. Aber warum? Wo wir doch wissen – Krise bedeutet Veränderung und auch Erneuerung.

Stell Dir mal folgende Situation vor: Du leitest ein kleines Familienunternehmen. Mit Deinem Ehepartner verhandelst Du Dein Gehalt aus. Dann schließt Du mit ihm einen Vertrag, der Dir beim Ausscheiden aus dem Unternehmen eine hohe Abfindung garantiert und eine lebenslange betriebliche Pension. Dann baust Du Scheiße und fährst das Unternehmen an die Wand. Nun sind weder Gelder für Dein üppiges Gehalt, noch für Deine Abfindung und Pension da. Das forderst Du aber vertragsgemäß von Deinem Ehepartner ein. Da der ja auch nichts mehr hat, geht er zu Vater Staat und tischt dem etwas von der systemrelevanten Bedeutung des Familienunternehmens auf. Vater Staat sieht ein, ohne Euch geht nichts mehr in deutschen Landen. Er willigt ein und gibt Euch Bürgschaften für Kredite sowie zinsgünstige Darlehen – Steuerzahlerbürgschaften und Steuerzahlergeld. Wau, denkst Du, und scheidest aus dem Unternehmen aus, mit goldenem Handschlag (Abfindung) und fetter Pension. Dein Ehepartner führt die Firma wie gehabt fort und macht Verträge mit Eurem Sohn. Kann ja nichts passieren, schließlich steht das ganze Volk hinter Euch, oder besser gesagt die Volksgruppe der Steuerzahler. So oder ähnlich ergeht es derzeit den Bankern. Was haben die für ein Glück, können tun und lassen was sie wollen, was in Deutschland oder der EU nicht erlaubt ist, wird nach außerhalb verlagert. Banken leben im Unternehmerschlaraffenland – große Knete, kein Risiko, keine Haftung. Banker müsste man sein! Nun gut, ihr Image ist miserabel, keiner will mit ihnen zu tun haben, viele müssen es dennoch. Aber irgendwas ist immer und Geld regiert die Welt.

Dazu ein kleiner Witz: „Aber mein Sohn, warum heulst Du denn so?“ „Papa, mein Freund der Paul hat mich gerade Banker genannt!“ „Aber mein Sohn, das ist doch kein Grund so zu heulen, Banker das ist ein ehrenwerter Beruf! Ich bin doch auch Banker!“ „Heul, heul, heul, darum finde ich das ja so gemein von Paul, Papa“.

Aber wollen wir die Banker mal nicht verteufeln! Die haben auch nur ihre Möglichkeiten genutzt, im Rahmen der Gesetze. Und für die Gesetze sind wir Bürger verantwortlich bzw. die Politiker, die wir gewählt und somit beauftragt haben, unsere Dinge zu regeln. Nur Regeln müssen einer kontinuierlichen Veränderung unterliegen. Wir haben das Wort „Regeln“ in die moderne Informatik übernommen. Wer käme auf die absurde Idee heute noch auf die Regelungen eines Computerprozessors von 1990 zu beharren. Das hätte zum Stillstand in den Informationstechnologien geführt! Bei der Gesetzgebung ist das ganz anders! Unser Handelsrecht stammt in seinen Grundzügen aus dem Jahr 1861 bzw. 1897; ähnlich ist es mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Klar wurden diese Gesetze fortlaufend reformiert, aber seine Grundzüge sind mehrere Generationen alt. Warum? Weshalb? Auch unser Grundgesetz und unsere Verfassung stammen aus einer andern Welt, aus der Nachkriegswelt. Die, die diese Gesetze erarbeitet und beschlossen haben sind alle tot. Nicht gestorben an Schuldgefühlen oder gebrochenem Herzen, nein am Alter! Traditionen sind was Tolles, wir sollten sie ehren und bewahren, sie sind Bestandteil einer Kultur. Aber sie gehören halt in den Bereich der Kultur und nicht in die Politik, die Wirtschaft und die Rechtsprechung. Also liebe Verantwortlichen, passt unsere Regeln unserer Zeit an und versucht nicht länger unsere Zeit den Regeln anzupassen.




Freiheit, Demokratie und Kapitalismus – durch die Satire-Brille betrachtet

Etwas ist faul im Staate Dänemark und nicht nur dort! Überall auf der Welt rumort es und jedes Land beharrt auf seiner egoistischen Position, seinem angestammten Recht: mal rechtspolitisch, mal linkspolitisch, mal liberal, mal aus religiösen Aspekten, mal aus hegemonialen Gesichtspunkten oder aus Gründen von Demokratie und Freiheit.

Und jeder meint das Monopol auf die Weisheit dieser Welt zu besitzen. Kriege, Finanzkrisen, Terror, Hunger, Elend und Flüchtlingsströme erschüttern diese Welt in ihren Grundfesten. Bis vor nicht langer Zeit konnten wir Deutschen uns zurücklehnen. Wir waren nicht betroffen, eher Nutznießer. Gute Ratschläge und Geld waren alles, was wir bereit waren zu geben. Nun sieht es auch bei uns nicht mehr so gemütlich aus, auch wir Deutschen müssen beginnen zu liefern.

Sicherlich ist diesbezüglich eine unaufgeregte Debatte nötig. Die jedoch betrifft nicht nur die Brandherde in unserer Welt, sie betrifft auch – und dass schwerpunktmäßig – die Rolle der Politik in der Demokratie. Sonst kann unsere vielgepriesene Freiheit schnell in Gefahr geraten.

Freiheit: so ein Allerweltswort der Demokratie. Wenn wir Freiheit definieren wollen, stoßen wir schnell an unsere Grenzen, denn fast jeder definiert sie anders. Fragen wir das Weltwissen Wikipedia: „Freiheit (lateinisch libertas) wird in der Regel als die Möglichkeit verstanden, ohne innere oder äußere Zwänge zwischen verschiedenen Möglichkeiten entscheiden zu können. Der Begriff benennt allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Das ist eine geisteswissenschaftliche also theoretische Definition, ich jedoch halte es mehr mit der Praxis.

Für mich ist Freiheit das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen. Für andere ist es vielleicht einen Jagdschein zu machen oder eine Fluglizenz zu erwerben, gegen rechts oder links zu demonstrieren, gegen Atomkraft, gegen Flüchtlinge oder für Flüchtlinge , einfach zu wählen oder auch nicht. Schon Abraham Lincoln hat gesagt: „Die Welt hat nie eine gute Definition für das Wort Freiheit gefunden“ und das trifft sicherlich bis heute zu. Freiheit ist ein Gut, das man benutzen muss! Unterlässt man es, schwindet sie zunehmend. Freiheit ist ein Begriff der Ethik und wird überall auf der Welt anders interpretiert.

Wir sind Deutsche und genießen unsere Freiheit. Im Rahmen unserer liberalen Gesetzgebung hast Du fast unbegrenzte Freiheiten, Dein Nachbar hat zwar die gleichen Gesetze, aber die gleichen Freiheiten gestehst Du ihm nicht immer zu.

Du bist Franzose: ein gutes Essen und ein guter Wein ist Freiheit pur. Und wenn das Geld dafür nicht reicht, wird demonstriert.

Du bist Italiener: jeder Rock ist frei. Freiheit ist, wenn kein Mensch müssen muss.

Du bist Amerikaner: Freiheit über alles! Mein Haus ist mein Kastell, mein Colt mein ständiger Begleiter und Sozialwesen Teufelszeug, genau wie Darwins Lehren. Gott allein sorgt für Freiheit und Gerechtigkeit.

Du bist Muslim: Freiheit ist, wenn der Mann sagt wo es langgeht, und das Familienoberhaupt die Ehepartner der Kinder bestimmt.

Du bist Russe: Freiheit ist Glasnost und das ist der zweite Vornamen von Putin.

Du bist Chinese: Freiheit sind die Rechte und Pflichten der Gemeinschaft und die definiert einzig und allein die kommunistische Partei.

Du bist Brite: Freiheit ist, sich eine Königin zu leisten. Das Staatsoberhaupt muss nur repräsentieren, der Brite gibt gern für seine Monarchin – Hüte und Taschen inclusive.

Du bist Spanier: Scheiß auf den Tierschutz, Stierkampf ist unser Leben.

Du bist Pole: Du hast alle Freiheiten, wenn Du Katholik bist.

Du bist Grieche: Freiheit ist, wenn mein Onkel mir einen guten Beamtenposten verschafft, und wenn mein Bruder von ihm bei Bauaufträgen bevorzugt wird – schließlich ist Blut dicker als Wasser.

Du bist Afrikaner: Freiheit ist, wenn ich die Entwicklungshilfe so einsetzen wie ich es will. Was braucht der Buschmann eine neue Straße oder Strom, der hat doch sowieso weder Auto noch Fernseher. Auch ist in meinen Taschen noch viel Platz.

Du bist Kardinal: Du hast deine eigene Freiheit entwickelt, mit dem Geld Deines Sprengels um zu gehen. Raub ist ein schweres Verbrechen, jedoch kann man beichten und Gott verzeiht. Einen Bastard zur Welt zu bringen oder sich gar scheiden zu lassen, ist hingegen unverzeihlich.

Du bist ein Verbrecher: Du nimmst Dir die Freiheit, Dir zu nehmen was Du willst.

Freiheit in der Demokratie: ist eine Einlassung, die es den Menschen gestattet, selbst zu entscheiden, wer an allem schuld sein soll.

Freiheit in der Diktatur: Besteht darin, vor die Wahl gestellt zu sein, zu den Guten oder zu den Bösen zu gehören. Das alleinige Wohl des Diktators und seiner Schergen bestimmen die Freiheit des Einzelnen.

Es wird ersichtlich, dass wir für Freiheit keine einheitliche Definition finden können.

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Auch Kapitalismuskritik ist in aller Munde, viele nehmen dabei selbigen viel zu voll. Denn eine brauchbare Alternative können sie nicht anbieten. Philosophieren wir mal über Gesellschaftsordnungen: KaSolismus gibt es nicht, wird es wohl auch nie geben. Was bleibt ist der seit Marx und Engels propagierte Kommunismus, der gescheiterte Sozialismus und der kriselnde Kapitalismus. Feudalismus und andere historische Ordnungen haben wir vorerst abgehakt. Globalismus könnte eine Zukunftsform sein, aber wer will die heute definieren?

Was aber ist dieser Kommunismus, an dem anscheinend weltweit so viele Menschen Gefallen finden. Ein DDR-Ideologe sagte einmal: „Wenn jeder von allem genug hat“. Geht das? Was ist genug, hat das schon einer definiert? Da gibt es solche Sprüche wie: „Ich habe genug von Dir“. Das hat der DDR-Ideologe aber wohl nicht gemeint. Es gibt dann die klassische Gegenüberstellung von Kommunismus und Kapitalismus, die die Frage nach den Unterscheidungsmerkmalen stellt. Dazu ist zu sagen: Kapitalismus, ist die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Im Sozialismus ist es genau umgekehrt. Wie können wir also den Kommunismus erreichen? So wie die Mitte der Gesellschaft? Nur einer kann in der Mitte stehen, alle anderen stehen rechts oder links davon, oben oder unten.

Demnach kann es auch nur einen (oder wenige) geben, der genug haben kann, alle anderen haben nur mehr oder weniger genug. Wenn das anders wäre, wäre das auch der Stillstand der Welt. Alle haben genug: Keine würde dann mehr einen Finger rühren keiner mehr Fragen stellen, keiner mehr Antworten präsentieren oder suchen. Kein erstrebenswerter Zustand, finde ich.

Trotzdem Sozialismus? Nur weil er einmal gescheitert ist, muss er ja nicht prähistorisch sein oder? Aber in Deutschland hat er es sicherlich besonders schwer, denn bei uns gilt nach wie vor – einmal gescheitert, immer gescheitert. Um jetzt gleich allen Sozialismustheoretikern wie Lafontaine, Riexinger und Ernst den Wind aus den Segeln zu nehmen, ich kenne den Sozialismus aus eigenem 34- jährigen Erleben! Aber Ernst – Entschuldigung im Ernst, Sozialismus ist nicht schlecht, wenn da nicht die humorlosen Sozialisten wären. Und wenn die Geschäfte voll mit Waren wären, und Reisefreiheit und Meinungsfreiheit herrschen würden und es keine Stasi gäbe. Letztere hat wirklich keiner gebraucht – aber was soll’s, heute haben wir den Verfassungsschutz, auf den das gleiche zutrifft. Stellt Euch mal vor, Sozialismus mit BMW, Mercedes, Porsche, Audi, Joop und Lagerfeld, Fisch, Fleisch, Gemüse und Obst in Hülle und Fülle für alle, Mallorca und die Kanaren, Bild und RTL – das wäre doch geil oder? Aber wer würde dann noch ein Jägerschnitzel essen, wenn er auch ein Filetsteak haben könnte, wer noch einen Seat Ibiza fahren, wenn auch ein Porsche möglich wäre, wer noch im Harz Urlaub machen, wenn auch Australien drin wäre? Im Sozialismus hieß es immer: jedem nach seinen Bedürfnissen. Die Dachdecker, Maurer und Schlosser des Politbüros hatten da wohl eine falsche Vorstellung von den Bedürfnissen der anderen Menschen. Generalsekretär Erich Honecker sagte: „Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf“. Letztere brauchte die DDR auch nicht, sie hatte ja Erich & Co. Also anscheinend wieder ein Gesellschaftssystem, das nicht funktionieren kann, weil es auf Gleichmacherei ausgelegt ist, wobei aber einer gleicher als der andere ist. Der Mensch ist nun mal zum Menschen geworden, weil er die Fähigkeit entwickelt hat zu denken und sich dadurch von jedem anderen Lebewesen unterscheidet, und auch kein Mensch ist wie der andere. Und wo unterschiedliche Gedanken sind, da sind auch unterschiedliche Bedürfnisse.

Bleibt also der verteufelte Kapitalismus. Auch ich muss zugeben, dass mich der „Systemzustand“ nicht zufrieden stellt, oftmals sogar wütend macht. Jedoch bin ich mir recht sicher, dass es mir nicht allein so geht. Bereits ein altes Sprichwort besagt: „Es allen recht zu machen, ist eine Kunst die niemand vermag“. Aber sogar der anerkannte Wirtschaftsweise Klaus Schwab, seines Zeichens Gründer und Präsident des Weltwirtschaftsforums, hat vor kurzem gesagt: „Wir haben es versäumt, unsere Lektionen aus der Finanzkrise 2009 zu lernen, der Kapitalismus in seiner gegenwärtigen Form passt nicht mehr zur Welt um uns herum“. Na so was! Das hätten wir einfachen Bürger so nie nicht selbst gemerkt. Wir wollen doch nicht in die Spruchweisheiten von Erich Honecker verfallen, dass wäre fatal. Was daraus werden kann, wir wissen es alle. Auch sollten wir nicht beginnen zu pauschalisieren, denn das ist immer kontraproduktiv. Der „Kapitalismus“, in seinen Ausprägungen, ist ganz verschieden in Deutschland, Frankreich, GB, USA, Norwegen oder Finnland. Einem Amerikaner kommt unser deutscher Kapitalismus vor, wie Sozialschlaraffenland. Wir hingegen orientieren uns allzu gern an den skandinavischen Ländern und die sind ganz sicher auch auf der Suche nach Orientierung.

Orientierung, alle sind auf der Suche danach. Aber um Orientierung zu bekommen sind Ideen und Mut gefragt. Dabei kann man schon mal ein Stück in die falsche Richtung gehen, wenn man jedoch erst gar nicht losgeht tritt man nur auf der Stelle und kommt keinen Schritt voran. Nicht neue Gesetze und Verordnungen braucht das Land, sondern Ideen! Und man muss sich an den Erfolgreichen orientieren, auch Abkupfern ist keine Schande, wenn es denn hilft. Benchmarking heißt das in der Wirtschaft, ist Gang und Gäbe. In der Politik aber, die das Primat hat, haben sollte, dominiert Bedenkenträgerschaft.

Könnten Kapitalismus und westliche Demokratie auch anders funktionieren, als sie funktionieren. Yes you can! Ich denke, wir sollten beginnen uns von der Parteiendemokratie zu lösen. Sie passt nicht mehr in die Welt, in der wir leben. Die Parteien hören auf Sprachrohr der Gesellschaft zu sein, sie werden zum Selbst- und Versorgungszweck der Mitglieder. Demokratie ist eben nicht die Notwendigkeit, sich gelegentlich auf die Ansichten anderer Leute einzulassen, sondern sich immer den Ansichten der Mehrheit zu beugen. Trotzdem könnten wir sagen – es doch alles ok! Es geht uns doch gut, besser als den meisten in anderen Ländern. Aber Fröhlichkeit sieht anders aus! Gut könnte man nun sagen, wir Deutschen sind nicht gerade für Fröhlichkeit und gute Laune bekannt.

Wir haben uns an dieses Demokratiemodell, in dem politische Parteien das Primat haben, gewöhnt. Politische Parteien haben in unserem Selbstverständnis und unseren Verfassungen eine lange Tradition. Eigentlich soll man Traditionen bewahren – sie sind kultureller Bestandteil des Lebens. Hin und wieder jedoch sind auch radikale Schnitte erforderlich. Auch Kaiser, Könige, Herzöge und Grafen waren einmal kultureller Bestandteil unseres Gemeinwesens und haben unser und unsere Nachbarvölker regiert. Wir haben es abgeschüttelt, dieses Erbrecht der Macht und gegen Parteiendemokratie eingetauscht. Nun beginnt sich bei den etablierten Parteien ein Erbrecht einzubürgern. Einmal in der Parteienhierarchie oben angekommen, muss nur noch der Amtstod der vorgesetzten Parteifreunde abgewartet werden, um selbst zu Amt und Würden zu kommen. Notfalls kann da auch nachgeholfen werden, denn Amtsmord ist nach dem Gesetz keine Straftat. Politikerbe oder Amtserbe sind offiziell genauso ehrbar, wie jedes andere Erbe auch. Erbschleicherei ist in diesem Fall ein Kavaliersdelikt.

Kommt der kleine Enkel zu seiner Großmutter. „Oma, kannst Du bitte mal die Augen zu machen!“ „Aber warum denn mein kleiner Liebling?“ „Oma, ich wollte ein Fahrrad, aber Papa sagt, er hat kein Geld. Aber er hat auch gesagt, wenn Oma die Augen zumacht, dann bekommen wir ganz viel Geld.“

Die heutigen Parteien sind wie Oma, sie haben ein reiches Erbe aber wohl keine lange Zukunft mehr. Das Dilemma ist, je größer das Erbe, desto größer der Streit zwischen den Erben. Wenn Oma vorsorglich ist, so macht sie ein Testament gemacht, in dem die Verteilung des Erbes geregelt ist. Diese Binsenweisheit wenden inzwischen auch schon viele Amtsträger an. Im stillen Kämmerlein wird Nachfolge und Erbe geregelt und verteilt. Der Unterschied ist nur, Oma hat sich ihr Vermögen – das Erbe – selbst erworben. Hingegen stammt das Erbe einer Partei von allen Parteimitgliedern, sowie in Form der Parteienfinanzierung von allen Steuerzahlern. Also müssen alle Parteimitglieder das Erbe verteilen und eigentlich müssten die steuerzahlenden Bürger auch noch ein gewichtiges Wort mitreden dürfen. Hegels Lehre vom Staate als dem „sittlich Ganzen“ setzt „Partei“ gleich mit der „Gewalt Weniger“. Hegel war halt Philosoph und Vordenker, er hat gesehen was da mal kommen wird.

Eigentlich sind wir Wähler ja die Nachlassverwalter der politischen Parteien, oder wir sollten es sein, in einer Volksdemokratie. Diese Funktion ist uns aber abhanden gekommen, besser gesagt sie wurde uns genommen. Wir sollten entscheiden, wer unser Kanzler(in), unser Bundespräsident und unser Bundestagspräsident wird. Jedoch wie weit haben wir uns entmachten lassen? Wir dürfen höchstens noch einen Bürgermeister in Personenwahl wählen und der darf dann ein Ehrenamt ausüben und bekommt einen Beamten als Amtsleiter vor die Nase gesetzt. Ist es das, was wir wollten, ist das Volksdemokratie? Eine blöde Frage! Da es jedoch angeblich keine blöden Fragen gibt, sondern nur blöde Antworten, hier nun selbige: Nein, aber wenn ja, warum.

Wie aber könnte eine Demokratie ohne Parteienmonopol aussehen? Ganz einfach! Durch Mumpitz für die „Etablierten“! Was Mumpitz ist willst Du wissen! Entschuldige das Du, aber wer über Mumpitz schreibt, kann davor nicht das achtungsvolle Sie setzen. Sie und Mumpitz das passt so, wie Katz und Maus – gar nicht also. Laut dem „Wissen der Menschheit“, auch Wikipedia genannt, stammt der Begriff „Mumpitz“ aus dem 17. Jahrhundert und bedeutet so viel wie Schreckgespenst oder Vogelscheuche. Das Wort leitet sich aus dem ursprünglichen Mummelputz ab und verbindet die beiden Worte vermummen und Butzemann miteinander. Es bezeichnet also eine Schreckgestalt für Toren. Ein Schreckgespenst also – freie, unabhängige Direktkandidaten. Ein Horrorszenario für alle Parteipolitiker: Abgeordnete die keinem Fraktionszwang unterliegen, die eigene Ideen haben und diese sogar auch noch umsetzen wollen. Kein Kandidat wird mehr über die parteiinterne Liste, die man selbst aufgestellt hat, zum Abgeordneten. Jeder muss sich vom Volk wählen lassen, oder auch nicht – eine grausame Vorstellung für unsere Politiker. Fast so schlimm, wie auf die großzügige Altersversorgung durch die Steuerzahler zu verzichten. Ein „no Go“!

Was Fraktionszwang ist, willst Du wissen? Da steht erst mal der Begriff „Fraktion“: Das ist ein „freiwilliger“ Zusammenschluss von Abgeordneten zur Durchsetzung gemeinsamer politischer Interessen. Dabei bezieht sich das „freiwillig“ auf das Verhalten vor dem Zusammenschluss. Es ist ein Zusammenschluss gleicher Abgeordneter, wobei einige gleicher sind als andere. Die Ungleicheren haben dabei das zu machen, was die Gleicheren wollen. Wenn nicht bekommt die Kariere einen Knick oder die Liste wird das nächste Mal ohne den Meinungsrebellen aufgestellt. Das ist Fraktionszwang!

Also, wenn der Mumpitz grassiert, also der freie, parteiunabhängige Direktkandidat, dann haben die politischen Erben Muffensausen. Diese DiKas (Direktkandidaten) sind unberechenbar. Die fühlen sich in erster Linie den Wählern, also dem Volk, verpflichtet und die Partei bleibt außen vor. Die sind gefährlich.

Treffen sich zwei Politiker von SPD und CDU, sagt der eine: „Ich habe eine Idee wie wir zu Vollbeschäftigung und somit vollen Kassen kommen!“ Sagt der andere:“ Ich werde Ihren Vorschlag auf jeden Fall ablehnen!“ Sagt der erste: “ Aber Sie kennen meinen Vorschlag doch noch gar nicht“. „Das macht nichts, zum einen stimme ich nur Vorschlägen zu, die aus meiner Partei kommen und außerdem wären dann ja fast alle Probleme beseitigt. Was wird dann aus mir?“

Jedoch es geht uns gut, sehr gut! Noch nie ging es einer Generation so gut wie uns. Daher sehen wir wenig Handlungsbedarf für Reformen und Veränderungen.

„Papa, ich hab so Hunger!“ „Ach mein Sohn, soll ich Dir eine Semmel kaufen“. „Eine Semmel, das ist doch was für Arme! Ich will zu McDonald, Papa!“ „Sohn, McDonald ist mir zu teuer, außerdem müssen wir da erst noch 10 km fahren.“ „Papa, sind wir auch arm?“ „Nein mein Sohn, nur etwas sparsam und eine Semmel ist auch gesünder!“ „Also sind wir doch arm!“

Doch es wird auch irgendwann eine Krise kommen, die uns ernsthaft trifft, der wir nicht mit Parteiengezänk und Geldtransfers begegnen können. Dann werden wir bereit sein für Veränderungen. Bis dahin wünsche ich allen guten Appetit bei McDolands.